Gehalt & Verdienst

Intensivpflege Gehalt & Zulagen 2026: Was du verdienen kannst

7 Min. LesezeitAktualisiert: 11. Juli 2026

Die Intensivpflege gehört zu den körperlich und mental anspruchsvollsten Bereichen der Pflege. Es ist deshalb nur gerecht, dass Intensivpflegefachkräfte dafür auch besser bezahlt werden. Doch wie viel mehr verdient man auf der Intensivstation? Dieser Artikel zeigt dir alle Gehaltskomponenten, die Auswirkung der Fachweiterbildung und wie du deinen Verdienst auf der Intensiv maximieren kannst.

Grundgehalt Intensivpflege: TVöD 2026

Pflegefachkräfte auf der Intensivstation starten im TVöD in der Entgeltgruppe P7. Mit der abgeschlossenen Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege können sie in P9 bis P11 eingruppiert werden.

TVöD-Gehalt Intensivpflege (2026)
Position / QualifikationEntgeltgruppeBrutto / Monat (Stufe 3)
Pflegefachkraft Intensiv (ohne FWB)P73.490 – 3.900 €
Pflegefachkraft Intensiv (mit FWB)P93.870 – 4.340 €
Pflegefachkraft Intensiv, ExperteP104.100 – 4.600 €
Praxisanleiter:in IntensivP83.700 – 4.100 €
Stationsleitung IntensivstationP134.800 – 5.600 €

Intensivzulage: Was ist sie und wie hoch ist sie?

Zusätzlich zum Grundgehalt erhalten Intensivpflegekräfte im TVöD eine Intensivpflegezulage. Diese ist in § 44 TVöD (BT-K) geregelt und beträgt:

Intensivpflegezulage im TVöD

80 € pro Monat für Pflegekräfte, die regelmäßig und überwiegend auf einer Intensivstation, einer Intermediate Care (IMC) oder einer Notaufnahme tätig sind. Die Zulage ist pensionswirksam und wird auf Jahressonderzahlungen angerechnet.

Einige Krankenhäuser zahlen über den TVöD hinaus freiwillige Intensivzulagen von 100–200 € / Monat, um Personal zu gewinnen und zu halten — besonders nach der COVID-Pandemie hat sich das in Ballungszentren eingebürgert.

Schichtzuschläge auf der Intensivstation

Die Intensivstation arbeitet rund um die Uhr. Das bedeutet, dass du fast zwingend Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste leistest — und dafür entsprechende Zuschläge bekommst:

Schichtzuschläge im TVöD (2026)
ZuschlagsartProzentsatzBei 20 € Grundstundenlohn
Nachtdienst (21–06 Uhr)25–40 %+ 5,00 – 8,00 € / h
Sonntagsdienst25 %+ 5,00 € / h
Feiertagsdienst35 %+ 7,00 € / h
Wechselschichtzulage105 € / Monat pauschal

Wer auf der Intensivstation im Dreischichtbetrieb arbeitet und regelmäßig Nacht- und Wochenenddienste übernimmt, kommt mit allen Zuschlägen auf effektiv 4.500–5.500 € brutto / Monat — ohne Fachweiterbildung. Mit Fachweiterbildung und mehr Erfahrung sind 5.500–6.500 € möglich.

Auswirkung der Fachweiterbildung auf das Gehalt

Die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege (FWB IA) dauert 2 Jahre berufsbegleitend und kostet ca. 2.000–5.000 € (oft vom Arbeitgeber übernommen). Der Gehaltseffekt:

Gehaltseffekt der Fachweiterbildung (TVöD, 2026)
ZeitpunktEntgeltgruppeGrundgehalt
Vor FWB (P7, Stufe 3)P73.750 €
Nach FWB (P9, Stufe 1)P93.870 €
Nach FWB (P9, Stufe 3)P94.100 €
Mehreinnahmen ggü. P7 / Jahrca. 4.200 – 6.000 €

Die FWB amortisiert sich finanziell in 1–2 Jahren — auch wenn der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt.

Gehalt in der privaten Intensivpflege (1:1-Versorgung)

Ein Bereich mit besonders attraktiven Gehältern ist die ambulante Intensivpflege (außerklinische Intensivpflege, AKI). Hier pflegst du beatmete Patient:innen im häuslichen Umfeld:

Gehalt ambulante Intensivpflege (2026)
TrägerBrutto / Monat (Vollzeit)
Privater AKI-Dienst (ohne Tarif)3.500 – 4.500 €
AKI-Dienst (tarifgebunden)3.800 – 5.000 €
Selbständige Intensivpflegekraft (Honorar)35 – 55 € / h netto

Intensivpflegegehalt im internationalen Vergleich

Intensivpflege-Gehalt im internationalen Vergleich (2026, Vollzeit)
LandØ Bruttojahresgehalt ICUBesonderheit
Deutschland48.000 – 78.000 €TVöD + Zuschläge
Schweiz75.000 – 95.000 CHFHoch, aber auch hohe Lebenshaltungskosten
Österreich38.000 – 52.000 €KA-AZG, Kollektivvertrag
Norwegen58.000 – 72.000 €Hohe Lebenshaltungskosten, gute Work-Life-Balance
Großbritannien (NHS)30.000 – 45.000 £Band 5–7; Zuschläge für Intensiv

Wer die Fachweiterbildung anstrebt — die Voraussetzung für die Gehaltsstufe P9 — findet alle Details im Artikel Fachweiterbildung Intensivpflege: Ablauf & Kosten.

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Häufige Fragen

Wie viel verdient eine Intensivpflegekraft 2026?+

Im TVöD ohne Fachweiterbildung ca. 3.490–3.900 € Grundgehalt (P7). Mit Fachweiterbildung (P9): 3.870–4.340 €. Mit allen Zuschlägen: 4.500–6.500 € brutto / Monat möglich.

Was ist die Intensivpflegezulage?+

Im TVöD 80 € / Monat pauschal für Pflegekräfte, die regelmäßig auf Intensivstation, IMC oder in der Notaufnahme arbeiten.

Lohnt sich die Fachweiterbildung Intensivpflege finanziell?+

Ja. Der Gehaltssprung von P7 auf P9 beträgt ca. 350–500 € / Monat = 4.200–6.000 € / Jahr mehr. Die FWB amortisiert sich in 1–2 Jahren.

Wie viele Stunden arbeitet man auf der Intensivstation?+

Im TVöD 38,5–39 Stunden / Woche im Durchschnitt. Im Dreischichtbetrieb wechselt man zwischen Früh-, Spät- und Nachtdiensten.

Gibt es Überstundenzuschläge auf der Intensiv?+

Ja, ab der 1. Überstunde im Monat gibt es in der Regel einen Zuschlag von 25 % des Stundengrundlohns.

Was verdiene ich in der ambulanten Intensivpflege?+

In der außerklinischen Intensivpflege (AKI) verdienen Fachkräfte je nach Träger 3.500–5.000 € brutto / Monat. Selbständige Honorarpflegekräfte verdienen 35–55 € / Stunde netto.

Brauche ich eine Fachweiterbildung für die Intensivpflege?+

Für den Einstieg auf der Intensivstation reicht das Examen als Pflegefachkraft. Die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege erhöht aber das Gehalt und eröffnet Spezialisierungsmöglichkeiten.

Verdient man in der Schweiz als Intensivpflegekraft mehr?+

Ja, in der Schweiz sind 75.000–95.000 CHF Jahresgehalt auf Intensivstationen üblich. Die Lebenshaltungskosten sind aber auch erheblich höher.

Welche Einrichtungen zahlen am besten auf der Intensiv?+

Universitätskliniken und öffentliche Maximalversorger (TVöD-gebunden) zahlen am transparentesten. Private Krankenhäuser (Helios, Asklepios) zahlen oft ähnlich viel oder etwas weniger.

Gibt es spezielle Zulagen für COVID- oder Pandemie-Einsatz?+

COVID-Sonderzahlungen aus der Pandemiezeit sind meist ausgelaufen. Manche Häuser zahlen aber weiterhin freiwillige Intensivzulagen von 100–200 € / Monat als Bindungsmaßnahme.

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