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Palliativpflege-Weiterbildung: Aufgaben, Zertifikat & Einsatzgebiete

7 Min. LesezeitAktualisiert: 11. Juli 2026

Palliative Care ist weit mehr als Sterbebegleitung — es ist eine ganzheitliche Fürsorge für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen und ihre Familien. Pflegekräfte mit einer Palliativpflege-Weiterbildung sind unverzichtbar in Hospizen, auf Palliativstationen und in der ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Dieser Artikel erklärt alle Wege, Zertifikate und Karrierechancen.

Was ist Palliativpflege?

Laut der WHO ist Palliative Care "ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patient:innen und ihren Familien angesichts einer lebensbedrohlichen Erkrankung". In der Pflege bedeutet das:

  • Symptomkontrolle: Schmerz, Atemnot, Übelkeit professionell managen
  • Psychosoziale Begleitung des Sterbenden und der Angehörigen
  • Würdige und individuelle Sterbebegleitung ermöglichen
  • Patientenverfügungen und Therapiezieländerungen begleiten
  • Koordination von Palliativnetzwerken (Arzt, Pflege, Sozialdienst, Seelsorge)

Palliativpflege-Weiterbildungen im Überblick

Anerkannte Palliativpflege-Weiterbildungen (2026)
WeiterbildungUmfangAnbieterZielgruppe
Grundkurs Palliative Care40 StundenDGP, Diözesan-AkademienAlle Pflegekräfte
Aufbaukurs Palliative Care60–80 StundenDGP, KlinikenNach Grundkurs
Fachpflegeperson Palliative Care160 StundenDGP, Uni-KlinikenErfahrene Pflegefachkräfte
Hochschulzertifikat / CAS Palliative Care1–2 SemesterFachhochschulenPflegefachkräfte mit Weiterbildungswunsch
Master Palliative Care4 SemesterUni Freiburg, DUKFür Führungspositionen / Forschung

DGP-Zertifikate: der anerkannte Standard

Kurse der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) oder nach Basler Curriculum gelten als Gold-Standard in der Palliativpflege. Sie werden bei MDK-Prüfungen positiv gewertet.

Einsatzgebiete nach der Weiterbildung

  • Stationäres Hospiz: kleine, spezialisierte Einrichtung für Sterbende
  • Palliativstation im Krankenhaus: intensivere medizinische Palliativversorgung
  • SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung): häusliche Begleitung
  • AAPV (Allgemeine Ambulante Palliativversorgung): durch Hausarzt und Pflegedienst
  • Pflegeheim mit Palliativkonzept: immer mehr Heime integrieren Palliative Care
  • Ehrenamtliche Hospizdienste: beratende oder leitende Funktion

Kosten und Finanzierung der Palliativpflege-Weiterbildung

Kosten Palliativpflege-Weiterbildungen (2026)
KursKostenFinanzierungsmöglichkeit
Grundkurs (40 h)300 – 600 €Arbeitgeber, Bildungsurlaub
Aufbaukurs (60–80 h)600 – 1.200 €Arbeitgeber, Eigenmittel
Fachpflegeperson (160 h)1.500 – 3.000 €Arbeitgeber, BA-Förderung
Master Palliative Care4.000 – 8.000 €Stipendien, Eigenmittel

Gehalt in der Palliativpflege

Palliativpflegekräfte werden je nach Setting unterschiedlich vergütet:

Gehalt Palliativpflege nach Setting (2026)
SettingBrutto / Monat
Palliativstation Krankenhaus (TVöD P7/P8)3.500 – 4.100 €
Stationäres Hospiz (kirchlicher Träger)3.200 – 3.800 €
SAPV-Dienst (ambulant, tarifgebunden)3.400 – 4.000 €
Pflegeheim mit Palliativkonzept2.900 – 3.500 €

Warum Palliativpflege? Die persönliche Dimension

Palliativpflege ist für viele Pflegekräfte nicht nur ein Job, sondern eine Berufung. Studien zeigen, dass Pflegekräfte in der Palliativversorgung trotz der emotionalen Herausforderungen oft eine höhere Arbeitszufriedenheit berichten — weil die Beziehungen zu Patient:innen tiefer sind und die Arbeit als bedeutsam erlebt wird.

Emotionale Belastung nicht unterschätzen

Palliativpflege ist emotional intensiv. Professionelle Supervision, Team-Reflexion und eine gute Selbstfürsorge sind keine Extras, sondern Grundbedingungen für eine lange Karriere in diesem Bereich.

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Häufige Fragen

Was ist die bekannteste Palliativpflege-Weiterbildung?+

Der Grundkurs und Aufbaukurs nach DGP-Curriculum (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin) sind der anerkannte Standard in Deutschland.

Brauche ich ein Pflegefachkraft-Examen für die Weiterbildung?+

Für den Grundkurs nicht unbedingt — dieser steht allen Pflegekräften und auch Ehrenamtlichen offen. Für fortgeschrittene Kurse ist eine Pflegefachkraft-Ausbildung oft Voraussetzung.

Wie unterscheidet sich das Hospiz von der Palliativstation?+

Das stationäre Hospiz ist eine kleine Einrichtung, die ausschließlich Sterbende begleitet (keine kurative Behandlung). Die Palliativstation ist Teil eines Krankenhauses und bietet intensivere medizinische Versorgung bei gleichzeitiger palliativer Begleitung.

Was ist SAPV?+

SAPV steht für Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung — ein Team aus Ärzten und Pflegekräften, das schwerkranke Menschen zu Hause begleitet. Die Pflegekräfte sind oft hoch spezialisiert und gut bezahlt.

Zahlt der Arbeitgeber die Palliativpflege-Weiterbildung?+

Häufig ja, weil die Einrichtung den Nachweis für MDK-Prüfungen und Qualitätszertifizierungen braucht. Insbesondere Hospize fördern die Weiterbildung aktiv.

Wie viel verdiene ich auf einer Palliativstation?+

Im TVöD P7 bis P8: 3.500–4.100 € brutto / Monat. In Hospizen (kirchliche AVR) etwas weniger: 3.200–3.800 €.

Ist Palliativpflege psychisch sehr belastend?+

Ja, Palliativpflege ist emotional intensiv. Professionelle Supervision, Team-Reflexion und Selbstfürsorge sind keine Extras, sondern notwendig für eine nachhaltige Arbeit in diesem Bereich.

Kann ich im Homeoffice in der Palliativpflege arbeiten?+

Teilweise: Administrative Aufgaben (Dokumentation, Koordination) können remote erledigt werden. Die pflegerische Begleitung selbst erfordert aber Präsenz.

Gibt es auch einen Master Palliative Care?+

Ja, Universitäten wie Freiburg oder die Donau-Universität Krems (DUK) bieten Master-Studiengänge in Palliative Care an — für Führungspositionen und die Wissenschaft.

Wie lange hält ein Palliativpflege-Zertifikat?+

Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Rezertifizierungspflicht wie beim ICW-Wundmanagement. Empfehlenswert sind regelmäßige Auffrischungen (Fachtagungen, Supervision), um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

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