Ausbildung

Pflegeausbildung 2026: Voraussetzungen, Dauer & Ablauf

9 Min. LesezeitAktualisiert: 13. Juni 2026

Die Pflegeausbildung ist seit 2020 generalistisch: Aus den früheren drei Ausbildungen (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege) wurde eine gemeinsame Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann. Dieser Abschluss ist in ganz Europa anerkannt und eröffnet dir alle Bereiche der Pflege. In diesem Leitfaden erfährst du, welche Voraussetzungen du brauchst, wie lange die Ausbildung dauert und wie sie abläuft.

Voraussetzungen für die Pflegeausbildung

Die Zugangsvoraussetzungen sind bewusst offen gehalten, damit möglichst viele Menschen den Einstieg finden. In der Regel benötigst du:

  • einen mittleren Schulabschluss (Realschule), oder
  • einen Hauptschulabschluss plus eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine einjährige Pflegehelfer-Ausbildung,
  • gesundheitliche Eignung für den Beruf,
  • ausreichende Deutschkenntnisse (meist Niveau B2),

Auch ohne perfekten Abschluss möglich

Viele Schulen prüfen Bewerbungen individuell. Motivation, ein Praktikum oder erste Erfahrung in der Pflege zählen oft mehr als die reine Note. Lass dich von formalen Hürden nicht abschrecken.

Wie lange dauert die Pflegeausbildung?

Die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit. In Teilzeit ist sie auf bis zu fünf Jahre streckbar – ideal, wenn du Familie oder andere Verpflichtungen hast. Sie kombiniert theoretischen Unterricht an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen in verschiedenen Einrichtungen.

BereichUmfang (ca.)
Theoretischer & praktischer Unterricht (Schule)2.100 Stunden
Praktische Ausbildung (Einsätze)2.500 Stunden
Gesamtdauer3 Jahre (Vollzeit)

Ablauf: So ist die Ausbildung aufgebaut

Du wechselst während der drei Jahre zwischen Schule und praktischen Einsätzen. Die Praxiseinsätze decken bewusst alle Versorgungsbereiche ab, damit du das gesamte Spektrum der Pflege kennenlernst:

1. Lehrjahr — Grundlagen

Du lernst die Basis: Körperpflege, Beobachtung, Dokumentation, erste pflegerische Maßnahmen und den Umgang mit Menschen. Erster Orientierungseinsatz beim Träger deiner Ausbildung.

2. Lehrjahr — Pflichteinsätze

Jetzt durchläufst du die großen Bereiche: stationäre Akutpflege (Krankenhaus), stationäre Langzeitpflege (Pflegeheim), ambulante Pflege sowie einen Einsatz in der Pädiatrie (Kinderkrankenpflege) und der psychiatrischen Versorgung.

3. Lehrjahr — Vertiefung & Examen

Du wählst einen Vertiefungseinsatz und bereitest dich auf das staatliche Examen vor. Das Examen besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Nach Bestehen bist du examinierte Pflegefachkraft.

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Was verdienst du während der Ausbildung?

Anders als in vielen anderen Branchen wird die Pflegeausbildung von Anfang an vergütet – und das überdurchschnittlich gut. Die genauen Zahlen findest du in unserem Artikel Was verdient man in der Pflegeausbildung?.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Mit dem Examen stehen dir alle Türen offen: Krankenhaus, Pflegeheim, ambulanter Dienst, Reha oder Spezialbereiche. Du kannst dich später spezialisieren oder eine Leitungsfunktion anstreben – mehr dazu in Weiterbildungen in der Pflege.

Häufige Fragen

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Pflegeausbildung?+

In der Regel einen mittleren Schulabschluss. Mit Hauptschulabschluss ist der Zugang möglich, wenn du zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine einjährige Pflegehelfer-Ausbildung abgeschlossen hast.

Wie lange dauert die Pflegeausbildung?+

Drei Jahre in Vollzeit. In Teilzeit ist sie auf bis zu fünf Jahre streckbar.

Ist die Pflegeausbildung bezahlt?+

Ja. Die Ausbildung wird von Beginn an vergütet, und zwar überdurchschnittlich gut im Vergleich zu anderen Branchen.

Was ist die generalistische Pflegeausbildung?+

Seit 2020 sind Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer gemeinsamen Ausbildung zusammengefasst. Der Abschluss heißt Pflegefachfrau/Pflegefachmann und ist europaweit anerkannt.

Kann ich die Ausbildung mit schlechten Noten machen?+

Viele Pflegeschulen bewerten Bewerbungen individuell. Motivation, ein Praktikum oder Vorerfahrung zählen oft mehr als die reine Abschlussnote.

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