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Pflegehelfer: Aufgaben, Alltag & Unterschied zur Fachkraft

6 Min. LesezeitAktualisiert: 11. Juli 2026

Was macht eine Pflegehilfskraft täglich? Welche Aufgaben darf sie übernehmen, welche nicht — und wie unterscheidet sie sich von der examinierten Pflegefachkraft? Dieser Artikel beschreibt den Berufsalltag einer Pflegehilfskraft ehrlich und praxisnah.

Wer ist die Pflegehilfskraft?

Pflegehilfskräfte (auch: Pflegehelfer, Pflegeassistenten, qualifizierte Hilfskräfte) unterstützen examinierte Pflegefachkräfte bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Sie haben eine staatlich anerkannte 1-jährige Ausbildung abgeschlossen und dürfen damit eigenständig bestimmte Aufgaben übernehmen — aber keine Aufgaben, die dem examinierten Personal vorbehalten sind.

Rechtliche Grundlage: Delegation

Was eine Pflegehilfskraft darf, richtet sich nach dem Delegationsprinzip: Examinierte Pflegefachkräfte können bestimmte pflegerische Tätigkeiten an Hilfskräfte delegieren. Medizinische Maßnahmen (Injektionen, Wundversorgung nach ärztlicher Verordnung) bleiben dem examinierten Personal vorbehalten.

Aufgaben der Pflegehilfskraft: Was sie darf

  • Körperpflege: Waschen, Duschen, Mundpflege, Haarpflege, Rasieren
  • Ankleiden und Auskleiden: Unterstützung bei Kleidung und Schuhen
  • Mobilisation: Aufstehen, Gehen begleiten, Rollstuhlfahren
  • Lagerung: Umlagerung zur Dekubitusprävention (unter Anleitung)
  • Ernährung: Unterstützung beim Essen und Trinken, Flüssigkeitsprotokoll führen
  • Ausscheidung: Toilettengang begleiten, Inkontinenzversorgung
  • Betreuung und Begleitung: Gespräche, Aktivierung, Spaziergänge
  • Dokumentation: einfache Pflegedokumentation unter Aufsicht
  • Umgebungspflege: Bett beziehen, Zimmer ordnen
  • Beobachten und Melden: Veränderungen im Zustand dem examinierten Personal mitteilen

Was Pflegehilfskräfte NICHT dürfen

  • Eigenständige Wundversorgung (Verbandswechsel nach ärztlicher Verordnung)
  • Medikamente vorbereiten und stellen (außer in manchen Bundesländern unter bestimmten Bedingungen delegiert)
  • Injektionen oder Blutabnahmen
  • Eigenständige Pflegeplanung und -diagnosen
  • Entscheidungen über pflegerische Maßnahmen ohne Rücksprache mit der Fachkraft
  • Verabreichung von Ernährung über PEG oder nasogastrale Sonde (in der Regel)

Achtung: Bundesland-Unterschiede

Was eine Pflegehilfskraft delegiert übernehmen darf, variiert je nach Bundesland und Einrichtung. Kläre immer mit der zuständigen Pflegefachkraft, was du in deiner Einrichtung eigenständig tun darfst.

Ein typischer Tag als Pflegehilfskraft

Tagesablauf Pflegehilfskraft (Frühdienst, Pflegeheim)
UhrzeitTätigkeit
06:00Dienstbeginn, Übergabe vom Nachtdienst
06:15 – 09:00Weckrunde: Waschen, Ankleiden, Mobilisation, Frühstück vorbereiten
09:00 – 10:30Frühstück begleiten, Flüssigkeitsprotokoll, Aktivierung
10:30 – 12:00Zwischenversorgung: Lagerungswechsel, Betreuung, Dokumentation
12:00 – 13:00Mittagessen begleiten, Medikamentengabe vorbereiten (durch Fachkraft)
13:00 – 14:00Mittagsruhe begleiten, Zimmer aufräumen, Dokumentation abschließen
14:00Übergabe an Spätdienst

Unterschied Pflegehilfskraft vs. Pflegefachkraft

Vergleich: Pflegehilfskraft vs. Pflegefachkraft
KriteriumPflegehilfskraftPflegefachkraft
Ausbildungsdauer1 Jahr3 Jahre
EigenverantwortungDelegiert (unter Aufsicht)Eigenverantwortlich
PflegeplanungNeinJa
Medizinische MaßnahmenNur delegiert, sehr begrenztJa (delegiert von Arzt)
Gehalt (TVöD)P5, 2.840 – 3.100 €P7, 3.490 – 3.900 €

Berufliche Perspektiven als Pflegehilfskraft

  • Direkter Einstieg in den Pflegeberuf ohne jahrelange Ausbildung
  • In vielen Bundesländern: Anrechnung auf die 3-jährige Pflegefachkraft-Ausbildung (1 Jahr)
  • Weiterbildung zur Pflegefachassistenz (2-jährig in NRW, anderen Ländern)
  • Gute Jobsicherheit: Pflegehilfskräfte werden überall gesucht

Alles zur 1-jährigen Ausbildung — Voraussetzungen, Dauer und Vergütung — erklärt der Artikel Pflegehelfer-Ausbildung: Voraussetzungen & Ablauf. Aktuelle Gehaltsdaten mit TVöD-Tabelle findest du im Artikel Gehalt Pflegehilfskraft 2026.

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Häufige Fragen

Was darf eine Pflegehilfskraft machen?+

Körperpflege, Mobilisation, Ernährungsunterstützung, Betreuung und Begleitung, einfache Dokumentation. Keine eigenständige Wundversorgung, keine Injektionen, keine Pflegeplanung.

Was darf eine Pflegehilfskraft NICHT machen?+

Eigenständige Wundversorgung, Medikamente stellen/verabreichen (in der Regel), Injektionen, eigenständige Pflegeplanung und -diagnosen.

Wie viel verdient eine Pflegehilfskraft?+

Im TVöD P5: 2.840–3.100 € brutto / Monat. Mit Nacht- und Wochenendzuschlägen können es 3.100–3.300 € sein.

Kann man als Pflegehilfskraft examiniert werden?+

Nicht direkt — aber mit anerkanntem Pflegehelfer-Abschluss ist in vielen Bundesländern ein Direkteinstieg ins 2. Ausbildungsjahr der 3-jährigen Pflegefachkraft-Ausbildung möglich.

Was unterscheidet die Pflegehilfskraft von der Pflegefachkraft?+

Die Pflegefachkraft hat 3 Jahre Ausbildung, übernimmt eigenverantwortliche Pflegeplanung und darf mehr medizinische Maßnahmen durchführen. Das Gehalt ist ca. 650–800 € / Monat höher.

Gibt es eine Altersgrenze für die Pflegehilfskraft?+

Nein, es gibt keine Altersgrenze. Quereinsteiger und Menschen ab 40, 50 oder 60 Jahren sind willkommen.

Wie unterscheidet sich die Pflegehilfskraft von der Pflegeassistentin?+

Die Pflegeassistenz-Ausbildung (z. B. in NRW 2-jährig) ist eine Stufe zwischen Pflegehelferin (1 Jahr) und Pflegefachkraft (3 Jahre). Sie erlaubt mehr eigenständige Tätigkeiten als die 1-jährige Pflegehilfe.

Wie lange arbeitet eine Pflegehilfskraft pro Schicht?+

Im Dreischichtbetrieb Pflegeheim: Frühdienst ca. 6–14 Uhr, Spätdienst ca. 14–22 Uhr. In Teilzeit kürzere Dienste. Im ambulanten Dienst: Touren meist 6–13 Uhr oder 16–21 Uhr.

Gibt es Pflegehilfskräfte auch in Krankenhäusern?+

Ja, in Krankenhäusern gibt es Pflegehelfer:innen, oft als 'Stationshilfe' bezeichnet. Ihre Tätigkeiten sind ähnlich wie im Pflegeheim, aber unter noch stärkerer Aufsicht der examinierten Kräfte.

Soll ich die Pflegehilfe-Ausbildung machen oder direkt die 3-jährige?+

Die 1-jährige Pflegehilfe bietet einen schnellen Einstieg und die Möglichkeit, Pflege zu 'ausprobieren'. Die 3-jährige Ausbildung bietet direkt mehr Gehalt, Eigenverantwortung und Karrierechancen. Viele Pflegehilfskräfte starten mit der 1-jährigen und wechseln danach in die 3-jährige.

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